Das Rebjahr 

Nach Frühjahrsfrösten 2016 und 2017, die unsere Traubenmengen  zum Teil über 50 Prozent reduzierten, setzten wir auf das Rebjahr 2018 grosse Hoffnungen. Und es begann vielversprechend, mit einem warmen Frühling, einem frühen Austrieb um den 15. April und einem raschen Fortschritt der Vegetation. Dass ein kräftiger Regen am 20. April für lange Zeit die letzte Niederschlagsmenge sein sollte, konnten wir nicht ahnen.  Die Traubengescheine blühten bei optimalen Temperaturen. Aber am 30. Mai traf ein Hagelschlag 80 Prozent unserer Rebfläche in der „Sommerhalde“ bei Villnachern.

Wir entschlossen uns, die zerhackten Triebe auf zwei in diesem Jahr gebildete Knospen zurück zuschneiden – ein Experiment, das sich lohnte: Die Reben trieben wieder aus, blühten erneut und brachten uns im Herbst eine 50-Prozent-Ernte in hervorragender Qualität.

Der lange Hitzesommer konnte unseren älteren, bis zu 30-jährigen Reben nichts anhaben, denn sie wurzeln tief. In den jungen Rebanlagen hingegen versorgten wir Rebstock um Rebstock bis zu achtmal mit Wasser.

Dank unserer naturnahen Bewirtschaftung ohne künstliche Bodenlockerung verhalf ein Gewitter Ende August den Trauben nochmals zu einem Wachstumsschub.  Auch die natürliche Zuckereinlagerung verlief optimal. Bereits am 5. September konnten wir die Traubenernte mit der Sorte Bacchus beginnen, die wir zu Schaumwein (Flaschengärung) verarbeiten. Die Erntetage reihten sich rasch und mit jeweils 5 bis 8 Tonnen ergiebig aneinander. Unsere Hoffnungen in das Rebjahr 2018 erfüllten sich mengen- und qualitätsmässig vollauf.  Zum Beispiel erreichte die Sorte Müller-Thurgau (Viola)  im Durchschnitt 85 Grad Oechsle und der Blauburgunder (Salvia) 108 Grad Oechsle – mit Rekordwerten bis zu 120 Oechsle. Darum können wir Ihnen als Weinliebhaber im nächsten Jahr wiederum kräftige, aromatische Weine präsentieren.

Die Weissweine des Jahrgangs 2017 zeichnen sich durch eine frische, fruchtige Aromatik aus. Wegen den letztjährigen Frühjahrsfrösten fiel die Ernte kleiner aus. Aber der Vorrat reicht bis Weihnachten 2018, bis wir bereits wieder die ersten diesjährigen Weissweine abfüllen können. Unsere Rotweine sind je nach Sorte und Vinifizierungsart in den Jahrgängen 2014-2016 erhältlich. Der trinkreife Salvia 2016 gefällt mit seinem beerigen Bouquet aus den feinen Blauburgertrauben und einem samtigen Charakter. Die andern Rotweine – von der Spätlese bis zur Cuvée Unicus – variieren in Aromen und im Tanningehalt. Sie sind in ihrer Vielfalt ideale Begleiter für verschiedene Essgewohnheiten. Durch den Ausbau in Eichenfässern fördern wir die Fruchtigkeit, Aromatik, Farbintensität und Stabilität dieser Weine verhelfen ihnen zu einem sechs- bis zwölfjährigen Trinkgenuss.

Die Römer brachten vor 2000 Jahren den Rebbau über die Alpen in die Gegend ihres einzigen Legionslagers auf heutigem Schweizergebiet: nach Vindonissa. Zur Erinnerung an das Kulturerbe wurden 2010 in der Umgebung vier Römerrebberge angelegt. Sie sind Bestandteil des Legionärspfades Vindonissa, frei zugänglich und bereits touristische Attraktionen. Führungen sind buchbar durch das Vindonissa Museum, Museumstrasse 1, 5200 Brugg http://www.vindonissa-winzer.ch/ 
Wir haben einen Römerrebberg in Remigen erstellt. Hier wird gezeigt, wie unsere antiken Vorfahren die Reben und die Weinkultur pflegten. Wir stellen nach damaliger Methode auch einen „Römer Wy“ her und produzieren mit den drei andern Vindonissa-Winzern zwei exzellente „Vindonissa Weine“: Den roten „Ruber“ und den weissen „Albus“. 

Der 1997 gegründete Rebbauverein Remigen, der aus aktiven Winzern sowie Einwohnern und „Heimweh-Remigern“ besteht und die Pflege des Rebbaus in der alten Rebbaugemeinde unterstützt, hat 2009 auf unsere Initiative einen Reb- und Kulturweg angelegt. 
Er dokumentiert die Entwicklung und Bedeutung des Weinbaus in der inzwischen wieder drittgrössten Aargauer Rebbaugemeinde Remigen, in der die Reblaus-Katastrophe von 1905 überwunden wurde. Der mit Informationstafeln ausgestattete Weg stellt die fünf Remiger Reblagen dar, beschreibt den Rebberg als komplexes Ökosystem und informiert über die Arbeit der Winzer.